Preußenphilatelie im Fokus

Frankobrief aus Elzbietow über Danzig nach Chicago

Markenloser Frankobrief aus Elzbietow nach Chicago, im März 1857 auf privatem Wege nach Danzig gebracht und dort bar frankiert aufgegeben.
(Quelle: Rundbrief 147 Titelblatt)

Dieser dekorative markenlose Frankobrief einer Zucker-Raffinerie in Elzbietow, Polen, war nach Chicago im Bundesstaat Illinois in den Vereinigten Staaten gerichtet. Elzbietow ist ein kleines Dorf, etwa 80 km östlich von Warschau bei Sokolow Podlaski.

Der Brief wurde im März 1857 geschrieben und kam auf privatem Wege nach Danzig, wo er bei der preußischen Post aufgegeben wurde. Die Taxe für den Brief wurde bar bezahlt. Adressiert war er an Herrn Eschenburg, Agent der Deutschen Gesellschaft in Chicago.

In Danzig wurde als Aufgabestempel der Zweikreiser „DANZIG 28 3 1–2“ (1857) aus der dritten Stempelserie abgeschlagen. Der Stempel ist zwischen September 1844 und Februar 1863 belegt. Der Leitweg führte von Danzig über Berlin und Aachen und dann mit Closed Mail über Großbritannien in die Vereinigten Staaten.

Laut Postkonvention von 1852 (Amtsbl. 48, 1852, Verf. 202) betrug die gesamte Taxe für einen einfachen Brief 13 Sgr. oder 30 Cents. Links unten steht handschriftlich „Franco“ und „2/11“ in roter Kreide. Das bedeutet 2 Sgr. preußischer Anteil für die Strecke Danzig–Aachen und 11 Sgr. für den Seetransport sowie die Beförderung in den USA.

In Aachen erhielt der Brief bereits am 30. März den Stempel „AACHEN PAID 25 Cts“. Dieser Verrechnungsstempel besagt, dass Preußen 25 Cents an die Vereinigten Staaten zu zahlen hatte. In New York stempelte man am 15.4.1857 mit „NEW 30 YORK AM PKT / PAID“. Dieser Stempel erklärt, dass die 30 Cents tatsächlich vom Absender bezahlt worden waren.

Die Beschreibung wurde freundlicherweise von Herrn T. Hulkenberg zur Verfügung gestellt.