Paketbegleitbrief von Oppeln nach Breslau mit 4½ Sgr. Frankatur
Dieser 1-Sgr.-Ganzsachenumschlag (U11) aus dem Jahr 1855 diente als Paketbegleitbrief von Oppeln in Oberschlesien nach Breslau in Niederschlesien. Als Zusatzfrankatur weist der Brief eine ½-Sgr.-Marke (Mi.Nr. 1) und eine 3-Sgr.-Marke (Mi.Nr. 4a) der 1. Ausgabe auf.
Die Marken wurden einzeln mit dem Nummernstempel „1096“ von Oppeln entwertet, der Wertstempel mit Federzug. Zusätzlich ist der Ra2 „OPPELN 25 9 * 2–3“ als Aufgabestempel abgeschlagen. Bei dem Nummernstempel handelt es sich in diesem Falle um die Type „Ziffern breit, Ringe fein“.
Das Gewicht des Paketes ist mit 12 Pfund angegeben. Auf Vorder- und Rückseite ist der rote Packkammerstempel „BRESLAU PACKK. 26/9“ abgeschlagen. Ebenfalls auf der Rückseite befindet sich ein roter Paketzettel mit der Nummer „103“. Daneben ist der Einkreisstempel „Breslau 25/9 8–12 N“ als Ausgabestempel abgeschlagen.
Mit Verordnung 269 (Amtsblatt 53) vom 6.11.1851 wurde die Benutzung gestempelter Post-Couverts und Postfreimarken zum Frankieren von Fahrpostsendungen gestattet. Das Paket wurde somit am 25. September in Oppeln aufgegeben und erreichte noch am gleichen Tage Breslau. Am 25. wurde der Benachrichtigungsschein an den Empfänger ausgestellt, einen Tag später wurde das Paket durch die Packkammer übergeben. Oppeln hatte im Jahre 1858 ca. 8.770 Einwohner, Breslau ca. 140.000.
Zur Portoberechnung : Die direkte Entfernung zwischen Oppeln und Breslau beträgt ca. 10,5 Meilen. Ab dem 1. Juli 1852 betrug die Gebühr für ein Paket innerhalb von Preußen bis zum 31.12.1867 1,5 Spf. je Pfund und 5 Meilen. Dabei war auf volle Pfund und volle 5 Meilen aufzurunden.
Die Taxe berechnet sich wie folgt: 12 Pfund × 3 (Progressionsstufe) × 1,5 Spf. = 54 Spf. = 4½ Sgr. Somit ist das Paket korrekt freigemacht.